Das Programm hat die Aufgabe, für den Fertigungsauftrag Laufkarten, Lohnscheine, Rückmeldebelege, Materialentnahmelisten bzw. -scheine und Etiketten zu erstellen. Die Erstellung der Papiere kann entweder im Stapel angestoßen werden oder aber gezielt für einen Fertigungsauftrag in der Auftragsverwaltung erfolgen.
Der Stapeldruck berücksichtigt alle Fertigungsaufträge, die in den nächsten Tagen zum Starten anliegen; die Anzahl der Tage wird über einen Programmvorlaufparameter (siehe Tabelle VRLP79) festgelegt. Welche Papiere gedruckt werden sollen, ist jeweils im Auftragskopf bzw. in den Arbeitsgängen festgelegt.
Über welchen Drucker die Papiere gedruckt werden, ist ebenso im Auftragskopf und in den Arbeitsgängen festgehalten. Die Unterlassungswerte für den Drucker werden wie folgt ermittelt:

  1. Über die in Tabelle FRD557 (Fertigungsauftragsart) hinterlegten Ausgabewarte-schlangen
  2. Für Arbeitsgangpapiere: Unterlassungswert aus dem im Arbeitsplatz hinterlegten Meister
  3. Für Etiketten: Wert aus Tabelle VRLP86
  4. aus dem Teilestammsachbearbeiter der Baugruppe, dessen Sachbearbeiterfunktion in Tabelle VRLP64 hinterlegt wurde
  5. aus dem Disponenten der Baugruppe.

Der Algorithmus wird beendet, sobald die Ausgabewarteschlangen ermittelt wurden. Die Werte können dann bei Bedarf im Verwaltungsprogramm oder über den Wiederholdruck geändert werden.
Die arbeitsgangspezifischen Fertigungspapiere können bei Bedarf mittels Programmvorlaufparameter (siehe Tabellen VRLP83, VRLP84, VRLP85) auf dem Arbeitsplatzdrucker erstellt werden.
Erfolgt die Materialentnahme per Materialentnahmeschein, so können diese durch entsprechende Parametereinstellung in der zugehörigen Vorlauftabelle (VRLP85) auch auf dem Drucker, der dem Lagerort der jeweiligen Materialkomponente zugeordnet ist, ausgedruckt werden.
Ob die Materialentnahme auftrags- oder arbeitsgangbezogen erfolgen soll, wird in dem entsprechenden PPS- Parameter des Firmenstamms (Lasche PPS I) festgelegt.
Bei der Erstellung der Lohnscheine, Rückmeldebelege und Materialentnahmelisten bzw. Materialentnahmescheine wird für die spätere Rückmeldung ein Satz in die Rückmeldebelegnummern-Datei (PWRMNP) gestellt. Die Rückmeldebelegnummer kann auf den Papieren in Form eines Barcode "Code39" angedruckt werden.
Über diese Rückmeldebelegnummer kann dann die spätere Rückmeldung erfolgen.

Belegdruck in Abhängigkeit vom Auftragsfreigabeverfahren

Bei der Erstellung der Fertigungspapiere ist folgender Gesamtzusammenhang zwischen Auftragsfreigabestatus und aktiviertem Freigabeverfahren.

Erstellung von

Auftrags- und Arbeitsgangfreigabe (BOA) aktiviert

Nur Auftragsfreigabe (BOA) aktiviert

Kein BOA- Freigabeverfahren installiert

Laufkarten

Freigabestatus = '4' oder '5'

Freigabestatus = '4' oder '5'

Auftragsstatus  '0'

Etiketten

Freigabestatus = '4' oder '5'

Freigabestatus = '4' oder '5'

Auftragsstatus  '0'

Materialentnahme-belegen

Freigabestatus = '4' oder '5'

Freigabestatus = '4' oder '5'

Auftragsstatus  '0'

Lohnscheinen bzw. Rückmeldebelegen

Freigabestatus = '4' oder '5'

Freigabestatus = '4' oder '5'

Auftragsstatus  '0'


Legende:
Freigabestatus:4Freigegeben
5Manuell freigegeben
Auftragsstatus:0Eingeplant

Bestimmung der Anzahl Kopien und des Druckstatus

Prinzipiell kann gesagt werden, dass über die Wiederholdruckfunktion die Anzahl Kopien und der generelle Druckanstoß je Belegart jederzeit vom Anwender vorgegeben werden kann.
Im Rahmen der Auftragsverwaltung kann diese Funktion ebenso ausgeführt werden.
Auf der Maske 'Materialscheine' können die Materialien gekennzeichnet werden, für welche der Wiederholdruck durchgeführt werden soll.
Wichtiger als die manuelle Einstellung, sind die maschinellen Vorgaben der zu erstellenden Belege und die Anzahl der Kopien.
Bei der Auftragserstellung aus einem Fertigungsvorschlag oder beim Erfassen eines Auftrags gilt folgender Sachverhalt:
In Tabelle FRD557 können Werte für das Drucken und Anzahl Kopien pro Auftragskennzeichen vorgegeben werden. Wenn für das Drucken ‚Unbestimmt' angegeben wird, werden die Werte aus VRLP64 verwendet, ansonsten aus FRD557. Der Wert 0 für Anzahl Kopien aus FRD557 wird übernommen, wenn für das Drucken des jeweiligen Belegs der Wert ‚Nein' vorgegeben wurde.
Ausnahme Lohnschein: Hier wird die Anzahl Kopien aus dem Stamm-Arbeitsplan übernommen, unabhängig von den Einstellungen in FRD557 und VRLP64. Nur bei Neuanlage eines Arbeitsgangs im Fertigungsauftrag werden die Tabelleneinstellungen verwendet.
Falls im Arbeitsplan eine Anzahl von 0 Lohnscheinen vorgegeben wurde, wird auch das zugehörige Druckkennzeichen nicht gesetzt.

Aufbau des Lohnscheines

Bei Einsatz von Akkord- oder Prämienentlohnungssystemen wird fallweise noch mit Lohnscheinen gearbeitet. Die Lohnscheinerstellung wird über die Arbeitsgangpositionen des Fertigungsauftrags gesteuert. Wird ein Lohnschein gedruckt, wird auch ein Satz in die Rückmeldebelegdatei gestellt.
Die Rückmeldebelegnummer kann wahlweise als Barcode gedruckt werden.
Folgende Daten können auf dem Lohnschein erfasst werden:

  • Name der ausführenden Person
  • Lohnwirksames Datum
  • Personalnummer
  • Ausführende Kostenstelle
  • Lohnart
  • Gutmenge
  • Ausschussmenge
  • Rüstzeit in Stunden
  • Bearbeitungszeit in Stunden


Aufbau des Rückmeldebelegs

Die Erstellung der Rückmeldebelege wird über die Arbeitsgangpositionen des Fertigungsauftrags gesteuert. Wird ein Rückmeldebeleg gedruckt, dann wird auch ein Satz in die Rückmeldebelegdatei geschrieben.
Die Rückmeldebelegnummer kann wahlweise als Barcode gedruckt werden.
Folgende Daten können auf dem Rückmeldebeleg erfasst werden:

  • Rückmeldetransaktionskennzeichen
  • Unterbrechung 'von - bis' (Datum/Uhrzeit)
  • Grund der Unterbrechung
  • Rückmeldebemerkung
  • Lagerort und -platz
  • Chargennummer
  • Anfangsdatum und -uhrzeit des Arbeitsgangs
  • Enddatum und -uhrzeit des Arbeitsgangs
  • Arbeitsplatznummer
  • Splittfaktor
  • Gutmenge
  • Ausschussmenge
  • Mengeneinheit
  • Fehlerkostenart
  • Fehlerart
  • Schichtnummer
  • Prüfer


Materialentnahmebeleg

Die Erstellung der Materialentnahmebelege wird über die Stücklistenpositionen des Fertigungsauftrags gesteuert. Für jeden gedruckten Materialentnahmebeleg wird ein Satz in die Rückmeldebelegdatei gestellt.
Über einen Vorlaufparameter der Tabelle VRLP85 (Fertigungspapiere Materialentnahme) wird gesteuert, ob die Materialentnahme über eine Materialentnahmeliste oder über Materialentnahme-scheine erfolgt.

Materialentnahmeliste

Erfolgt die Materialentnahme arbeitsgangbezogen (dies kann im Firmenstamm auf der Lasche PPS I vorgegeben werden), so erfolgt eine Gruppierung der Materialpositionen nach Arbeitsgängen, sonst aufsteigend nach Positionsnummer.

Materialentnahmeschein

Der Ausdruck einer Materialposition erfolgt einzeln auf je einem Schein.
Die Rückmeldebelegnummer kann wahlweise als Barcode gedruckt werden.
Folgende Daten können auf dem Materialentnahmebeleg erfasst werden:

  • Entnahmedatum
  • Entnahmemenge mit entsprechender Mengeneinheit
  • Kostenstelle
  • Lagerort und -platz
  • Chargennummer


Laufkarte

Die Laufkartenerstellung wird über den Fertigungsauftragskopf gesteuert.
Die Laufkarte enthält alle durchzuführenden Arbeitsschritte, die dem Auftrag zugeordneten Materialien und Betriebsmittel.

Etiketten

Es besteht die Möglichkeit, für die Fertigprodukte Etiketten zu erstellen. Die Etikettenerstellung wird über den Fertigungsauftragskopf gesteuert.
Folgende Informationen erscheinen auf dem Fertigungspapier "Etiketten":

  • Fertigungsauftragsnummer
  • Teilenummer
  • Teilenummer als Barcode
  • Bei seriennummernpflichtigen Teilen mit Vergabe der Seriennummern beim Druck der Laufkarte werden die Seriennummern auf den Etiketten gedruckt, wenn eine Anzahl Kopien >= der Auftragsmenge angegeben wird.


  • Keine Stichwörter