Die eigentliche Aufgabe im Bereich Lager ist die Lagerbestandsverwaltung. Bevor auf Detailinformationen zu den einzelnen Programmen eingegangen wird, ist es erforderlich, auf einige grundlegende Begriffe und Daten einzugehen.

Lagerorte werden in der Lagerortstammdatei angelegt und erhalten bei der Anlage einige Parameter, die ihre Eigenschaften bestimmen. Für Lagerorte gilt grundsätzlich eine Einteilung in Lagerorte mit Lagerplatzorganisation und solche ohne Lagerplatzorganisation.

Für einzelne Teile können mit dem Programm Lagerortteile verwalten (LB12100) Lagerortteilestammsätze manuell erzeugt werden, die eine Zuordnung von Teil und Lagerort herstellen. Spätestens werden solche Sätze automatisch durch die zentrale Buchungsroutine angelegt, wenn das Teil zusammen mit dem Lagerort Gegenstand einer Verbuchungsanforderung ist. Diese Verbindung zwischen Teilen und Lagerorten werden in den Lagerortteiledateien (Stamm- und Wertesegment) hinterlegt. Lagerorte mit Lagerplatzorganisation erlauben den gezielten Zugriff auf streng definierte Lagerplätze eines Lagerortes. Diese Organisationsform eines Lagerortes wird durch entsprechende Belegung des Feldes "Kennzeichen Lagerplatzorganisation" und der Konkretisierung des Lagerplatzprüfmusters im Programm Lagerortstamm verwalten (US16600) festgelegt.

Die Lagerplätze solcher Lagerorte werden in den Lagerabbilddateien angelegt und verwaltet. Das Programm Lagerplatzteile verwalten (LB13100) verwaltet die Zuordnung von Teilen und Lagerplätzen im Falle eines passiv chaotischen Lagerortes. Auch hier ist es so, dass spätestens bei einer entsprechenden Verbuchungsanforderung der Lagerplatzteilesatz von der zentralen Buchungsroutine automatisch angelegt wird.

Lagerorte mit Lagerplatzorganisation können ihrerseits als aktiv chaotische Lagerorte angelegt werden. Das bedeutet, dass Ein- und Auslagerungsprozesse mit Bezug auf einen solchen Lagerort vom System aktiv unterstützt werden. Durch das Kennzeichen "aktiv chaotischer Lagerort" im Programm Lagerortstamm verwalten (US16600) wird der Lagerort als aktiv chaotisch oder nicht aktiv chaotisch definiert. Um die Ein- bzw. Auslagerung aktiv zu unterstützen, müssen im System einige zusätzliche Informationen bezüglich der Lagerplätze (Lagerabbild), der Ausmaße der einzelnen Lagerplätze (Lagerfachtypen) und der Lagerhilfsmittel angegeben werden. Zusätzlich sind die Relationen zwischen den Teilen und Lagerhilfsmitteltypen anzulegen und zu pflegen (vgl. Relationendatei Teil).

Für die Bestandsverwaltung sind die Daten der Lagerortteiledatei und der Lagerplatzteiledatei von größter Bedeutung. In diesen Dateien sind die Informationen zu den Beständen eines Teils auf den entsprechenden Lagerorten enthalten.

Diese Dateien sind sehr wichtig, da sie von mehreren Anwendungsgebieten angesprochen werden. Nahe liegend ist der Zugriff des Einkaufs auf die Lagerorte und ihre Lagerplätze über den Wareneingang. Das Lagerbestandsführungssystem greift über ein zentrales Lagerbuchungsprogramm Lagerbelege verwalten (LB20090) auf die Lagerorte und die Bestände zu, das über das Einstiegsprogramm aufzurufen ist.

Die Zugriffe der genannten Anwendungsgebiete werden in diesem Rahmen nicht näher betrachtet, da sie in den entsprechenden Verfahrenshandbüchern eingehend behandelt sind. In diesem Verfahrenshandbuch wird auf die Belange der Lagerführung eingegangen, und dabei besonders auf Lagerbewegungen, die vom Lagerbuchungsprogramm erzeugt werden, sowie auf das Lagerjournal, die entsprechenden Belege und die Durchschnittspreisentwicklung.

Lagerort-/Lagerplatzverwaltung

Wie beschrieben werden die Lagerorte in der Lagerortstammdatei angelegt. Bei Ihrer Anlage werden auch die Eigenschaften der Lagerorte durch die entsprechenden Parameter festgelegt. Die Anlage und die Einstellungsmöglichkeiten wurden in den Kapiteln Installationshinweise und Stammdaten beschrieben und werden hier keine weitere Beachtung finden. Zum Tagesgeschäft im eigentlichen Sinne gehört jedoch die Verwaltung der Zuordnung zwischen Teilen und Lagerorten. Mit Hilfe des Programms Lagerortteile verwalten (LB12100) können in der Lagerortteiledatei Stammsätze angelegt bzw. gelöscht werden. Angesprochene Teile müssen im Teilestamm und die Lagerorte im Programm Lagerortstammdatei verwalten (US16600) hinterlegt sein. Das Löschen von Stammsätzen ist nur dann möglich, wenn für den angegebenen Lagerort alle 12 Bestandsfelder den Wert 0 aufweisen. Wenn zu den gerade gelöschten Stammsätzen auf Lagergruppenebene keine weiteren Lagerstammsätze vorhanden sind, und die Parameter in der Vorlauftabelle VRLL08 entsprechend eingestellt sind, werden auch diese Lagergruppensätze gelöscht. Die Zuordnungen von Lagerorten zu Lagergruppen sind ebenfalls in den Kapiteln Installation und Stammdaten beschrieben.

Das Verwalten der Lagerplatzteiledatei verläuft weitgehend analog zur Verwaltung der Lagerortteiledatei. Voraussetzung ist, dass die angesprochenen Teile und Lagerorte im Teilestamm und im Programm Lagerortstammdatei verwalten (US16600) angelegt sind. Darüber hinaus muss der Lagerort Lagerplatzorganisation aufweisen.

Um Lagerplätze eines aktiv chaotischen Lagers zu verwalten, muss das Programm Aktiv chaotische Lagerorte (ACLs) verwalten (LB15200) aufgerufen werden.

Falls für ein Teil Lagerplatzsätze erfasst werden sollen, aber dafür noch kein Lagerortteilesatz vorhanden ist, wird dieser mit angelegt. Wie bei den Lagerortteilestammsätzen ist ein Löschen nur dann möglich, wenn die Bestandsfelder 1-24 keine Bestände mehr aufweisen.

Um den Informationsgehalt der Programme zu erweitern, besteht die Möglichkeit, sich zum Teil und Lagerort bzw. zum Teil und Lagerplatz die eingelagerten Bestände anzeigen zu lassen. Diese Anzeige ist vor allem bei bzw. vor dem Löschen von Stammsätzen von Interesse.


Lagerort-, Lagerplatz- und Lagerhilfsmitteldaten für das aktiv chaotische Lager

Um die Lagerbewegungen aktiv zu unterstützen, braucht das System einige wichtige Informationen zu den Lagerplätzen, ihren Ausmaßen, den möglichen Lagerhilfsmitteln und den Relationen, die zwischen diesen und den einzulagernden Teilen bestehen. Diese Informationen werden zum Teil nach der Anlage des Lagerortes initialisiert. Zum anderen ist eine den jeweiligen Gegebenheiten entsprechende permanente Aktualisierung notwendig.

Dazu gehört die schon angesprochene Verwaltung der Aktiv chaotische Lagerorte (ACLs) verwalten (LB15200). In dieser Datei sind die Lagerplätze eines aktiv chaotischen Lagerortes angelegt.

Wesentlich öfter wird der Anwender mit den weiter unten beschriebenen Tätigkeiten konfrontiert. Es handelt sich um Arbeiten, die unmittelbar mit den Lagerbewegungen zusammenhängen. Zu diesen Aufgaben gehört die Bereitstellung von Lagerhilfsmitteln für die Einlagerung von Teilen. Für das aktiv chaotische Lager von oxaion reicht es nicht aus, wenn Lagerhilfsmittel wie Paletten, Gitterboxen, Kisten etc. physisch bereitgestellt werden. Es ist darüber hinaus notwendig, diese Lagerhilfsmittel dem System bekannt zu machen und eine entsprechende Zuordnung von Teil zu Lagerhilfsmittel, von Lagerhilfsmittel zu Lagerfachtypen und von Lagerfachtyp zu Lagerplatz zu schaffen.

Jedem Lagerplatz entspricht ein bestimmter Lagerfachtyp, der festgelegte Ausmaße hat. Mit Hilfe des Programms Lagerfachtypen verwalten (LB15500) werden den Lagerfachtypen Lagerhilfsmittel zugeordnet. Einem Fachtyp können beliebig viele Lagerhilfsmittel zugeordnet werden. Bei der Einlagerung ermittelt das System die höchstmögliche Anzahl eines Lagerhilfsmittels für einen Lagerfachtyp und somit für einen Lagerplatz.

Eine Relation fehlt an dieser Stelle noch; und zwar die zwischen Teil und Lagerhilfsmittel. Dieses Verhältnis wird vom Programm Relation Teile pro Lagerhilfsmitteltyp verwalten (LB15600) festgelegt. Dabei wird ein Teil einem Lagerhilfsmittel zugeordnet und es wird festgelegt, wie viele Teile dieses Typs in das betreffende Lagerhilfsmittel passen. Da ein Teil in unterschiedlichen "Behältern" gelagert werden kann, ist die Zuordnung eines Teils zu mehreren Lagerhilfsmitteln zulässig. Voraussetzung ist wieder, dass sowohl die Teile als auch die Lagerhilfsmittel angelegt wurden.

Durch die so festgelegten Beziehungen zwischen Teilen, Lagerhilfsmitteln, Lagerfachtypen und Lagerplätzen ist es dem System möglich, ein einzulagerndes Los eines Teils auf Lagerhilfsmittel zu verteilen und das Los entsprechend gesplittert auf Lagerplätze einzulegen. Dabei werden Randbedingungen wie Belastbarkeit der Lagerplätze, Parameter wie "Zulagern" und ähnliche mehr berücksichtigt. Für jedes Lagerhilfsmittel wird zusätzlich der aktuelle Füllgrad ermittelt. Die oben beschriebenen Dateien können nicht nur verwaltet werden, gewünschte Informationen können bei Bedarf formatiert in Form von Listen gedruckt werden.

Ein-, Aus- und Umlagerungen

Da die Voraussetzungen auf Lagerort- und Lagerplatzebene erläutert wurden, werden im Folgenden die Ein-, Aus- und Umlagerungsvorgänge beschrieben, soweit sie durch das Lagerbuchungsprogramm durchgeführt werden, das über das Einstiegsprogramm Lagerbelege verwalten (LB20090) aufzurufen ist. Es können neue Belege erfasst oder schon vorhandene Belege im Änderungs- oder Anzeigemodus aufgerufen werden.

Mit Hilfe des Lagerbuchungsprogramms und entsprechender Buchungsschlüssel können folgende Buchungen durchgeführt werden:

  • Bestandsändernde Buchungen
  • Einlagerungen
  • Auslagerungen
  • Umbuchungen
  • Wertändernde Buchungen
  • Wertkorrekturen

Die Voraussetzungen zur Durchführung dieser Buchungen sind:
In der Nummernkreisdatei UNUMMP muss firmenbezogen ein entsprechender Nummernkreis angelegt sein, um die automatische Vergabe von Buchungsnummern zu ermöglichen. Das Kennzeichen ist firmen- und anwendungsspezifisch.

Die zu buchenden Teile müssen im Teilestamm das Kennzeichen für Bestandsführung angeklickt haben.

Der zu bebuchende Lagerort muss im Programm Lagerortstammdatei verwalten (US16600) als dialogfähig hinterlegt sein. Für chargenpflichtige Teile muss eine Chargennummer angegeben sein.

Im Programm Buchungsschlüssel verwalten (US50000) müssen die entsprechenden Buchungsschlüssel definiert sein.

Die Lagerbuchungen erhalten bei ihrer Erfassung zum einen allgemeine Belegkopfdaten wie Belegnummer (diese wird vom System in der Regel automatisch vergeben, kann aber auch manuell vorgegeben werden), Referenzauftragsnummer, Belegdatum, Lagerort etc. und zum anderen Buchungspositionen. Die Buchungspositionen enthalten die einzelnen Buchungssätze für die zu verbuchenden Teile.

Zu einem Belegkopf können beliebig viele Positionen mit unterschiedlichen Buchungsschlüsseln erfasst werden. Die definierten Buchungsschlüssel bestimmen die Einzelheiten der Buchung (zu bebuchende Bestandsfelder, zu bebuchende Umsatzfelder, Konten die bebucht werden, Preiskennzeichen und viele mehr).

Das im Belegkopf angegebene Belegdatum gilt für alle Positionen, die unter der Belegnummer erfasst sind. Es steht für den Tag, an dem die Ware vom Lagerort heruntergenommen beziehungsweise auf den Lagerort eingelagert wurde und spielt z.B. auch eine ganz wichtige Rolle in der Inventur bei der Solllagerbestands- und –wertermittlung.

Neben dem Belegdatum gibt es auch noch die Buchungszeit. Diese besagt, wann gebucht wurde, während das Belegdatum eben dafür steht, für wann gebucht wurde. Über den Lagerortstamm verwalten (US16600), Lasche "Zusätzliche Angaben" kann verhindert werden, dass eine den Lagerort betreffende Buchung durchgeführt werden kann, wenn das Belegdatum zu weit in der Vergangenheit liegt. Hierfür gibt es im Lagerortstamm zwei Möglichkeiten der Hinterlegung: Eine maximale Anzahl an Tagen und/oder eine maximale Anzahl an Perioden.

Mit der Verwaltung eines Beleges ist dieser für andere Anwender gesperrt. Einmal getätigte Buchungen können nicht mehr direkt geändert werden. Änderungen können nur noch auf dem Wege von neuen, korrigierenden Buchungen vorgenommen werden. Ist eine Buchung komplett zurückzunehmen, empfiehlt es sich, denselben Buchungsschlüssel zu verwenden und nur die Menge (und gegebenenfalls den Wert) im Vorzeichen umzudrehen. Diese Vorgehensweise entspricht direkt dem Storno und sorgt dafür, dass auch in nach gelagerten Vorgängen (z.B. Übernahme in die Statistik) entsprechend verfahren wird.

Wertkorrekturen sind eine besondere Form der Buchung; mit ihnen bleibt der Lagerbestand unverändert, aber der Lagerwert verändert sich und mit ihm auch der neue Durchschnittspreis. Um Wertkorrekturen durchführen zu können, müssen entsprechende Buchungsschlüssel verwendet werden, bei denen das Feld "Wertkorrektur-Kennzeichen" angeklickt ist.

Es ist möglich, Bestände einer Charge auf eine andere Charge desselben Teils umzubuchen. Dazu ist im Lagerbuchungsprogramm ein entsprechend eingerichteter Buchungsschlüssel zu verwenden, bei dem das Feld "Chargen-Umbuchungsschlüssel" angeklickt ist (Standard-Buchungsschlüssel LM). Hierbei ist es unerheblich, ob diese zweite Chargennummer schon existiert oder nicht. Mit einer Chargenumbuchung kann gleichzeitig auch auf einen anderen Lagerort umgebucht werden.

Das Lagerbuchungsprogramm weist eine weitere Maske auf, die speziell für das Rechnungswesen relevante Felder enthält. Somit kann der Anwender bei Bedarf ein Konto Soll, ein Konto Haben, Kostenträger, Auftragsnummer u. ä. Angaben tätigen. Mit dieser Funktion ist es auch möglich, einen Übergang ins Wirtschaftsgut zu buchen. Buchungen, die in die Finanzbuchhaltung übernommen werden sollen, werden darauf geprüft, ob alle notwendigen Angaben vorhanden und konsistent sind.

Im Lagerbuchungsprogramm ist auch die Geschäftsbereichslogik integriert. In Abhängigkeit vom entsprechenden Firmenparameter können die Felder ‚Geschäftsbereich' und ‚Kostenstelle' bedient werden. Abhängig vom gewählten Buchungsschlüssel und den da hinterlegten Steuerkennzeichen kann eine innerbetriebliche Leistungsverrechnung zwischen unterschiedlichen Geschäftsbereichen durchgeführt werden.

Bei Einsatz des Moduls oxaion Print können für Zugangsbuchungen Etiketten gedruckt werden. Der Druck kann entweder komplett für alle Zugangsbuchungen eines Beleges oder aber auch nur für eine einzelne konkrete Zugangsbuchung angefordert werden. Die Steuerung erfolgt über die Vorlauftabelle VRLL04.

Die Lager-Buchungsbelege können in ein Berechtigungskonzept integriert werden, das es gestattet, dass vorhandene Belege nur von autorisierten Anwendern in Zugriff genommen werden können. Die Steuerung hängt am Belegkennzeichen (FRD078, Parameter 03 und 04).

Buchungen auf ein aktiv chaotisches Lager

Für Buchungen auf aktiv chaotische Lagerorte muss anstelle des Lagerortes ein so genanntes Vorlager (Rampe) angegeben werden. Über die Definition des Vorlagers wird gesteuert, ob mit oder ohne Rückmeldungen gearbeitet wird. Das Lagerbuchungsprogramm erzeugt Anforderungen (Requests), eine bestimmte Menge in ein aktiv chaotisches Lager ein- bzw. aus ihm auszulagern. Die Requests sind wie die Buchungsbelege in einen Request-Kopf und Request-Positionen aufgeteilt.

Identifiziert wird ein Request durch seine RQ-Belegnummer. Während allgemein Belegnummern aus dem Anwendungsgebiet und einer elfstelligen Identifikation (in der Regel zusammengesetzt aus Belegkennzeichen, Jahreszahl und fortlaufender Nummer) bestehen, ist es im Falle der RQ-Belegnummer so, dass zusätzlich auch noch die Positionsnummer und gegebenenfalls auch die Unterpositionsnummer als fester Bestandteil dazugehören. Das hängt damit zusammen, dass die Requests nicht für sich allein erfasst werden, sondern stets aus einem warenbewegenden Vorgang (Ein-/Auslagerung über das Lagerbuchungsprogramm mit Positionsnummer, Wareneingang aus Einkauf mit Lieferposition und -unterposition, Auslieferung Verkauf mit Position und gegebenenfalls Komponentenposition) resultieren, der in seiner Gesamtheit den Request ausmacht und als solche in die RQ-Belegnummer übergeht.

Request-Köpfe enthalten allgemeine Informationen zu einer Buchung, während die Request-Positionen die einzelnen Buchungspositionen darstellen. Zu einem Request-Kopf kann es beliebig viele Request-Positionen geben. Den einzelnen Positionen werden vom Lagerbuchungsprogramm Informationen mitgegeben, die die weitere Behandlung der Request-Positionen bestimmen.

So kann vom Bediener die Lagerung auf einen gewünschten Lagerplatz erzwungen werden, es kann eine bedingt automatische oder eine vollautomatische Einlagerung eingeleitet werden.

Die Funktion des Erzwingens ist über den Parameter 02 der Vorlauftabelle VRLLAC bereit zu stellen. Steht die Funktion des Erzwingens bei einer Einlagerung zur Verfügung und wird sie auch angewendet, werden einige Prüfungen wie Belastbarkeit des Lagerplatzes, maximale Anzahl Lagerhilfsmittel pro Lagerplatz, die Angaben bezüglich der Relation Teil / Lagerhilfsmittel und andere ignoriert.

Werden Lagerbuchungen mit der Verarbeitungsart ‚bedingt automatisch' durchgeführt, wird die Einlagerungsmenge gegebenenfalls auf mehrere Lagerhilfsmittel verteilt, und es werden für diese Lagerplätze ermittelt und reserviert. Der Anwender muss die so getroffenen Buchungsvorschläge vor dem endgültigen Buchen noch freigeben. Anschließend wird die Verbuchung von asynchron arbeitenden Programmen durchgeführt.

Bei der vollautomatischen Verarbeitung von Lagerbuchungen werden Requests ohne ein weiteres Eingreifen des Anwenders verbucht. Die zu buchende Menge wird gegebenenfalls auf mehrere Lagerhilfsmittel verteilt, es werden Lagerplätze ermittelt, und die entsprechenden Buchungen werden abgesetzt.

Unter Umständen kommt es vor, dass Teile in Lagerhilfsmitteln gelagert werden sollen, die wegen ihrer Ausmaße nicht auf einen einzelnen Lagerplatz passen. Diesen Anforderungen kann das System genügen, wenn im Stammsatz des Lagerortes das Kennzeichen "überlängengeeignet" angeklickt ist und im Lagerabbild Lagerplätze ebenfalls als überlängengeeignet deklariert sind. Ein Lagerplatz ist dabei überlängengeeignet, wenn sein "rechter Nachbar" zur Verlängerung des zu kurzen Lagerplatzes herangezogen werden kann. Für das System ist der rechte Nachbar eines Lagerplatzes derjenige Lagerplatz, der dieselben Lagerplatzkomponenten Halle, Gang, Seite und Zeile aufweist und die nächst größere vorhandene Spaltennummer hat

Nähere Informationen zum Thema Überlängenlagerung und diesbezügliche Einschränkungen sind dem Benutzerhandbuch zu entnehmen.

Bestände sperren / freigeben

In aktiv chaotische Lagerorte eingelagerte Bestände können bei Bedarf gesperrt und anschließend auch wieder freigegeben werden. In der Praxis gibt es eine Vielzahl von Gründen, die dazu führen, dass bestimmte Lagerbestände gesperrt werden. Sperrgründe werden in der Tabelle FRD422 verwaltet. Nach der Angabe eines Sperrgrundes wird der Satzstatus "S" vergeben. Zum Freigeben gesperrter Bestände ist der Sperrgrund im Programm Eingelagerte Bestände sperren/freigeben (LB15800) mit Leerzeichen zu überschreiben.

Rückmeldungen

Bei Ein- und Auslagerungen im aktiv chaotischen Lager kann festgelegt werden, ob mit oder ohne Rückmeldungen gearbeitet wird. Entsprechende Einstellungen müssen in Tabelle FRD430 vorgenommen werden. Mit Hilfe der Rückmeldungen wird gewährleistet, dass die Bestandsveränderungen tatsächlich vollzogen sind, bevor die Ressourcen wieder aktuell verfügbar sind. Wenn mit Rückmeldungen gearbeitet wird, erhalten die bearbeiteten Requestpositionen den Sperrstatus "ER" (Einlagerungsrückmeldung fehlt) bzw. "AR" (Auslagerungsrückmeldung fehlt), der mit der Rückmeldung wieder herausgenommen wird.

Über die schon genannte Tabelle FRD430 kann –für Ein- und Auslagerungen getrennt- darüber bestimmt werden, welche Papiere gedruckt werden: gar keines, Ein- beziehungsweise Auslagerungsbeleg und gegebenenfalls auch ein entsprechender Rückmeldebeleg.

Die Qualität der Rückmeldungen kann dadurch noch intensiviert werden, dass die Angabe einer Lagerplatz-ID (Lagerplatzcode) zwingend ist. Dazu muss in der Tabelle FRD430 der Parameter "Rückmeldung mit Lagerplatz-ID" angeklickt sein. Die Lagerplatz-ID ist eine siebenstellige Nummer (gegebenenfalls mit führenden Nullen), die bei Anlage eines Lagerplatzes nach dem Zufallsprinzip vergeben wird. Die Angabe der Lagerplatz-ID bei der Rückmeldung soll sicherstellen, dass der Lagerungsvorgang auch tatsächlich an der richtigen Stelle vorgenommen wurde. Dazu muss der Mitarbeiter im Lager von dem Lagerplatz, auf dem er die Bestandsveränderung vorgenommen hat, die Lagerplatz-ID aufnehmen und für den Rückmeldevorgang bereit halten. Das geschieht praktischerweise dadurch, dass er die Lagerplatz-ID auf dem Rückmeldebeleg in das dafür vorgesehene Feld schreibt.

Lagerbuchungsbelege

Für alle Lagerbuchungen, die vom Lagerbuchungsprogramm abgesetzt werden, können mit Hilfe des Programms Lagerbuchungsbelege drucken (LB21400) entsprechende Belege gedruckt werden. Die Lagerbuchungsbelege sind wie die Buchungen in einen Belegkopf und die Belegpositionen aufgeteilt. Der Belegkopf enthält die allgemeinen Daten zu der Buchung wie Belegnummer, Belegdatum, Sachbearbeiter etc. Die Belegpositionen enthalten Informationen wie Teileidentifikation, Buchungsschlüssel, Menge, Mengeneinheit, Lagerort, Wert der Position etc. Zusätzlich werden die Werte aller Positionen aufsummiert und als Gesamtwert gedruckt.

Für Buchungen im aktiv chaotischen Lager werden eigene Belege gedruckt. Der Belegdruck wird von der Request-Verwaltung angestoßen und wird von asynchron laufenden Programmen durchgeführt. Je nach Einstellung der Vorlagerparameter werden mit den Buchungsbelegen auch Rückmeldebelege gedruckt.

Lagerjournal

Buchungen, die den physischen Bestand berühren, werden stets mit allen Vorgaben in dem Artikelkonto protokolliert. Bei anderen Buchungsvorgängen wird dies über eine entsprechende Angabe bei dem Buchungsschlüssel gesteuert. Mit Hilfe des Programms  Lagerjournal drucken (LB21300) können diese protokollierten Buchungssätze zu Papier gebracht werden. Der Umfang der auszugebenden Sätze kann durch Einschränkung des Auswertungszeitraumes und/oder zahlreiche Selektionsmöglichkeiten in der Mimik "von-bis" beeinflusst werden.
Die Sortierung der Ausgabe erfolgt nach der Teileidentifikation und nach dem Buchungsdatum.

Durchschnittspreisentwicklung

Die Entwicklung der Durchschnittspreise ist von großem Interesse. Eine entsprechende Liste kann mit Hilfe des Programms Durchschnittspreisentwicklung drucken (LB21500) erstellt werden. Dazu werden die Sätze des Artikelkontos auf die notwendigen Informationen gekürzt und in chronologischer Reihenfolge gedruckt, soweit sie für die Durchschnittspreisbildung relevant sind, also den physischen Lagerbestand mengen- oder wertmäßig betreffen. Durch die Vorgabe einer kurzen Liste werden solche Artikelkontosätze auch nur dann gedruckt, wenn sich durch die Buchung der Durchschnittspreis geändert hat. Über das Verbuchungsdatum kann darüber hinaus der Umfang der Liste auf ein notwendiges Maß reduziert werden.

Die Nachvollziehbarkeit der Durchschnittspreisentwicklung wird weitgehend von den Firmenparametern "Lagerortbewertung" und "Chargenbewertung zum Einstandspreis" mitbestimmt, da sich hierdurch eine Durchschnittspreisentwicklung auf den folgenden Ebenen ergeben kann:

  • Teil
  • Teil und Charge
  • Teil und Lagerort
  • Teil und Charge und Lager.

Dementsprechend kann die Sortierreihenfolge innerhalb eines Teils vorgegeben werden; diesbezügliche Angaben können in der Vorlauftabelle VRLL11 als Default hinterlegt werden.

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